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Konstruktion30. Mai 20263 Min.

Was der Winter mit einer Pergola macht

Schnee wiegt mehr, als die meisten denken, und in der Schweiz hängt die Rechnung an der Höhenlage. Warum jede Anlage einzeln gerechnet gehört.

Geschlossene Dachfläche einer Terrassenüberdachung von unten gesehen

Frischer Pulverschnee ist leicht. Derselbe Schnee nach ein paar Tagen Tauwetter und erneutem Frost ist ein Vielfaches schwerer — und genau dieser zweite Fall ist der, für den gebaut werden muss. Deshalb ist die Frage nach der Schneelast keine Formalität, und deshalb nennen wir dafür keine Faustzahlen: Wir prüfen sie für Ihren Standort und bauen danach.

Warum es in der Schweiz genau geregelt ist

Die Norm SIA 261 legt fest, mit welcher Schneelast an einem bestimmten Ort zu rechnen ist. Massgebend sind Höhe über Meer und Region. Zwischen einer Gemeinde im Mittelland und einem Ort im Gebirge liegt dabei nicht ein kleiner Zuschlag, sondern ein Vielfaches.

Deshalb gibt es bei uns keine Tabelle, aus der wir eine Grösse ablesen. Jede Anlage wird mit den Werten Ihres Standorts gerechnet, und daraus ergeben sich Profilquerschnitte, Stützenabstände und Fundamente. Zwei baugleiche Dächer in Olten und in Davos sind konstruktiv nicht dasselbe.

Dazu kommt der Wind. In exponierter Lage kann er massgebender werden als der Schnee — nicht durch Druck, sondern durch Sog: Er zieht ein Dach nach oben. Eine Konstruktion, die nur für Auflast ausgelegt ist, hat dort das falsche Problem gelöst.

Was passiert, wenn zu knapp gerechnet wurde

Selten bricht etwas spektakulär zusammen. Häufiger sieht man es schleichend: Der Träger bekommt eine bleibende Durchbiegung, die im Sommer nicht mehr zurückgeht. Türen und Schiebeelemente unter dem Dach klemmen plötzlich. Die Lamellen laufen schwerer, weil sich der Rahmen minimal verzogen hat.

Das sind die Schäden, die erst nach dem dritten oder vierten Winter auftreten — und dann ausserhalb jeder Gewährleistung liegen, weil sich schwer beweisen lässt, woran es lag.

Lamellen im Winter: offen oder geschlossen?

Eine Frage, die uns oft gestellt wird. Die Antwort hängt an der Konstruktion, aber die Logik ist immer dieselbe:

Geschlossen bildet das Dach eine Fläche, auf der Schnee liegen bleibt. Das ist genau der Lastfall, für den gerechnet wurde — kein Problem, solange die Rechnung stimmt.

Offen fällt ein Teil des Schnees zwischen den Lamellen durch. Das reduziert die Last, verlagert sie aber punktuell auf die Lamellen selbst, und nasser Schnee bleibt in den Zwischenräumen hängen, statt durchzufallen.

Wir empfehlen: Bei angekündigtem Schneefall die Lamellen schliessen. Eine geschlossene Fläche trägt die berechnete Last sauber ab, und im Frühjahr rutscht der Schnee als Ganzes ab, statt in den Fugen zu vereisen. Anlagen mit Schneesensor machen das von selbst.

Was das für die Planung heisst

Drei Dinge, die sich vor der Montage entscheiden und danach nicht mehr:

Die Entwässerung muss auch bei Frost funktionieren. Wasser, das in einem Profil steht und gefriert, sprengt es. Deshalb führen wir es innen durch die Stütze bis unter die Frostgrenze — nicht in eine offene Rinne, die zufriert.

Das Fundament muss frostsicher sein. Ein Punktfundament, das zu flach sitzt, wird vom Frost gehoben. Im Frühling steht die Stütze dann anders als im Herbst, und die Konstruktion verspannt sich.

Die Anbindung ans Haus braucht eine Bewegungsfuge. Haus und Anbau arbeiten unterschiedlich. Ohne Fuge reisst über kurz oder lang der Putz.

Was wir dazu sagen

Jede Anlage von roombau wird auf die Schnee- und Windlastzone ihres Standorts gerechnet, und die Berechnung liegt der Bewilligung bei. Das ist kein Zusatzpaket und keine Frage der Anlagengrösse — es ist die Voraussetzung dafür, dass wir zehn Jahre Garantie auf die Konstruktion geben können.

Wer eine Offerte vergleicht, sollte danach fragen. Nicht, ob „nach Norm gebaut” wird — das sagen alle —, sondern ob ein Nachweis für den konkreten Standort vorliegt und ob man ihn sehen kann.


Bei der Beratung vor Ort nehmen wir die Höhenlage und die Exposition Ihres Grundstücks auf. Termin anfragen.

Beratung

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