Aluminium, Holz oder Stahl — was draussen wirklich hält
Drei Materialien, drei sehr verschiedene Versprechen. Was das Schweizer Klima mit ihnen macht und woran man in zehn Jahren merkt, welches man gewählt hat.

Die Materialfrage wird meist am Anfang gestellt und am falschen Massstab entschieden — nämlich daran, was im Ausstellungsraum am schönsten aussieht. Der ehrlichere Massstab ist ein anderer: Wie sieht es nach zehn Wintern aus, und was haben Sie in diesen zehn Jahren dafür getan?
Was das Schweizer Klima verlangt
Ein Dach draussen steht nicht in einem milden Durchschnittsklima. Es steht in einem Klima mit hundert und mehr Frost-Tau-Wechseln pro Jahr, mit UV-Strahlung, die in Höhenlagen deutlich härter ist als im Flachland, und je nach Lage mit Streusalz in der Winterluft. Dazu kommt Feuchtigkeit, die nicht abtrocknet: die Nordseite eines Hauses bleibt im Januar wochenlang klamm.
Jedes Material beantwortet diese drei Belastungen — Frost, UV, Feuchtigkeit — auf seine eigene Weise.
Holz
Holz ist das Material, das die meisten Menschen zuerst schön finden, und sie haben recht. Es ist warm, es altert sichtbar, es passt zu fast jedem Garten.
Es arbeitet aber auch. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab, quillt und schwindet, verzieht sich an den Stellen, an denen es unterschiedlich schnell trocknet. Unbehandelt vergraut es — was viele bewusst wollen, aber ungleichmässig ausfällt: die wettergeschützte Seite bleibt jahrelang heller als die andere.
Wer die Farbe halten will, streicht alle zwei bis vier Jahre nach. Das ist keine Kleinigkeit, wenn die Konstruktion drei Meter hoch ist und über einer Terrasse steht, die man dafür ausräumen muss. Und die Stellen, an denen Wasser stehen bleibt — Hirnholz, Verbindungen, Auflager — entscheiden über die Lebensdauer, nicht die Fläche.
Holz ist ehrlich: es zeigt seine Pflege. Das ist sein Reiz und sein Preis.
Stahl
Stahl trägt am meisten bei kleinstem Querschnitt. Wo grosse Spannweiten ohne Stütze gefragt sind, ist er konstruktiv oft die eleganteste Antwort.
Sein Problem heisst Korrosion, und zwar nicht an der Fläche, sondern an den Kanten. Eine feuerverzinkte oder beschichtete Fläche hält lange. Aber jede nachträgliche Bohrung, jeder Zuschnitt auf der Baustelle öffnet die Schutzschicht, und dort beginnt es. Bei einer Konstruktion, die dauerhaft im Freien steht, ist das die Stelle, an der man in fünf Jahren hinschaut.
Dazu das Gewicht: Stahl braucht andere Fundamente und eine andere Montage. Das schlägt sich im Preis nieder, bevor überhaupt ein Dach darauf liegt.
Aluminium
Aluminium bildet an der Luft von selbst eine dünne Oxidschicht, die das Material darunter schützt. Es rostet nicht — es korrodiert anders, nämlich flächig und selbstlimitierend. Genau deshalb ist es im Fassaden- und Fensterbau seit Jahrzehnten der Standard.
Es ist leicht, was bei Spannweiten und Fundamenten hilft. Es lässt sich strangpressen, also in Profile ziehen, in denen Kabel, Wasser und Antriebe verschwinden können. Und es ist formstabil: ein Alurahmen ist im Juli so gerade wie im Januar.
Der Unterschied liegt in der Oberfläche. Pulverbeschichtung ist eine im Ofen eingebrannte Schicht, kein Lack, der aufgetragen wird. Sie kreidet über die Jahre minimal aus, blättert aber nicht ab und lässt sich nicht abwaschen. Eloxieren ist die andere Variante — dabei wird die schützende Oxidschicht elektrisch verstärkt und eingefärbt; das Ergebnis ist metallischer und noch abriebfester, aber in der Farbwahl eingeschränkt.
Der Pflegeaufwand besteht aus einem Punkt: einmal im Jahr mit Wasser abwaschen. Das ist alles.
Warum roombau in Aluminium baut
Nicht, weil Holz schlechter wäre. Sondern weil das, was wir bauen, über zehn Jahre gleich aussehen soll, ohne dass jemand dafür auf eine Leiter steigt. Ein Outdoor Room ist kein Möbel, das man ersetzt — er gehört zum Haus wie ein Fenster. Und Fenster streicht heute auch niemand mehr jedes zweite Jahr.
Dazu kommt der praktische Grund: die verdeckte Entwässerung, die Lichtlinie im Rahmen und der Antrieb der Lamellen brauchen ein Profil, in dem Platz ist. Ein Strangpressprofil bietet ihn, ein Holzbalken nicht.
Wo Holz Sinn ergibt, setzen wir es trotzdem ein — als Deckenverkleidung unter dem Dach, wo es geschützt liegt und genau das tut, was es soll: den Raum wärmer wirken lassen.
Welche Konstruktion zu Ihrem Haus passt, klären wir am besten vor Ort. Wenn Sie vorher selbst durchspielen wollen, wie Masse und Ausführung zusammenwirken, hilft der Konfigurator.




